U-1399-12-13-0001
1399 Dezember 13, Celje
Regest
Graf Hermann II. von Cilli befiehlt seinen Burggrafen, Richtern und Amtleuten von Landskron und Reifnitz nach Beschwerde des Klosters Viktring und Intervention Herzog Wilhelms von Österreich, die Freiheiten des Klosters Viktring und seiner Leute zu wahren.
Transkription
Wir graf Herman von Cili vnd in dem Seͣger etc. bekennen vnd tuͦn kunt offennlich mit dem brief, daz der erwirdig vnd andechtig in got n. der abbt vnd der conuent, des gotzhawſs ze Vittringen fur vns komen ſind, vnd haben vns diemuͤticlich geklagt vnd furbracht, von merkenlicher gebreſsten vnd uͤberliſtes wegen die des egen. gotzhawſs arm lewͣt, mit manigerlay beſwernuͤſſ, maniguelticlichen, von vnſern purggrafen, richtern vnd ambtleuten ze Lantzkron vnd ze Reiffnitz hetten vnd doch nemlich von gerichts wegen, von tagwerchen wegen vnd wie man in ir heͣw neme, vnd in ir holtz, das des gotzhaws, vnd ſeiner armen lewten iſt nicht wolt geſtatten, nach irem beduͤrffen ze verkauffen vnd hinzegeben, vnd ire hewſer damit ze peſſern, vnd ze pawen, oder, daz ze wem bedurffen ze prennen, daz alles, weͣre vnd in beſchehe, wider die gnad vnd freyung die, der hochgeboren furſt, vnser liober herr, herczog Albrecht von Oſterr. etc. ſeliger gedechtnuͤſſ, dem obgenan. gotzhaws, vnd ſeinen armen lewten, getan hat, vnd brachten vns auch ainen brief von dem hochgeboren furſten vnſerm lioben herren hertzog Wilhalmen von Öſterr. etc., daran er vns ſchraib, vnd vns emphalh, daz wir denſelben abbt, ſein goczhaws vnd ſein arm lewͣt, bei ſemlichen gnaden, ſolten beleiben laſſen, als derſelb briͤf lawt vnd als hernach von wort ze wort, geſchriben ſtet.
Wir Wilhalm von gots gnaden hertzog ze Oſterreich, ze Steir, ze Kernden, vnd ze Krain graf ze Tyrol etc. embieten, dem edeln, vnſerm lieben getrewen, graf Hermann von Cili vnſerm haubtm. in Krain vnser gnad vnd alles guͦt. Der erber geiſtlich, vnſer lieber, andechtiger vnd getrewer, der abbt von Vittringen, vnſer vordern ſeͣligen ſtifftung, hat vns aber furbracht vnd geklagt, wie dëm purggrafen ze Lantzkron vnd ze Reiffnitz, ſeins gotzhaws, armen lewͣten, in der Lantzkron vnd in der Raiffnitzer, gerichten mit tagwerchen, vnd dem gericht beſwerung vnd uͤberlaſt tuͦn, daz si verderben muͦessen, sunder, daz der purggraf ze Reiffnitz, ſeinen armen lewten, neme ir hew, aws iren hewͣſern, vnd were in ir holtz, daz zu iren hüben gehoͤret ze verkauffen, darzuͦ wer, er auch demſelben abbt, daz er ſeins gotzhaws, aigen holtz, ſeinen lewͣten, auch nicht getuͤrr, geben, ire hewͤſer ze peſſern, oder daz ze prennen, das vns gar vnpillich duͦnket, wann, das alles iſt, wider vnſers herrn vnd enen, hertzog Albrechts ſêlig priuilegi, daran er alle deſſelben gotzhaws lewt vnd güter, aller rechten vnd gewonhaiten, die wir darauf, haben gehabt, gentzlich, hat, ledig gelaſſen, vnd si dauor gefreyet, die wir auch dem ſelben kloſter beſtett haben, dauon emphelhen wir dir gar ernſtlich vnd wollen, daz du den egen. abbt, ſein gotzhaws vnd ir lewt, bei denſelben gnaden volliclich beleiben laſſeſt, sunder si dabei veſticlich haltest vnd ſchermeſt, von vnſern wegen vnd in ſolicher uͤberlaͤſte vorſeiſt, vnd auch nicht geſtatteſt, daz dein obgen. purggrafen ze Lantzkron vnd ze Reiffnitz, des yetzgen. gotzhaws arm lewͣt mit den vorgen. newungen furbas in dhainem weg beſweͣren, das iſt ernſtlich vnſer maynung. Geben ze Wienn an ſand Agathen tag, anno etc. nonageſimo ottauo.
Nu haben wir angeſehen, des egen. abbts vnd des conuents ze Vittring dyemuͤtigs, ordenlichs vnd andechtigs leben, daz si hintz got haben, vnd auch, daz si got, deſter geruͤtlicher gedienen, vnd guͦte werch deſter loͤblicher vnd deſter paz volbringen muͤgen, vnd auch durch vnſer altuodern, vnd durch vnſer, seel hail willen, vnd daz vnſer lon vor got dauon gemeret werd, vnd haben den abbt vnd daz gotzhawͦs, vnd ſein arm lewͣt, ſeͣmlicher gepreſten, beſwernüſſ vnd uberlaſtes, als oben nemlich geſchriben ſtet, uberhebt, vnd davon ſchaffen wir, mit allen, vnſern purggrafen, richtern, ambtleuͣten vnd vndertanen ze Lantzkron, vnd ze Reiffnitz gegewuͤrtigen, vnd die hernach kuͤnfftig daſelbs werden daz ſi das egen. gotzhaws vnd ſein arm lewͣt, hinfuͤr, in dhainerlay ſach, noch in den obgeſchriben ſtukken, vnd artikeln, wider den gegenwürtigen vnſern brief nicht beſweͣren ſuͤllen, noch beſweren laſſen, in dhainerlay weiſe sunder, si ſullen si bei allen gnaden vnd freyuͦngen, beleiben laſſen, nach der obgen. vnſrer herren, der hertzogen brief lawt. Das iſt gentzlich vnser maynung, vnd des zu vrchund, geben wir, dem obgen. goczhaws ze Vittringen den brief, mit vnſerm anhangunden inſigel, beſigelten. Der geben iſt ze Cili an sand Lucein tag. Nach Kriſti gepuͤrd drewzehenhundert iar, vnd darnach in dem newͣn vnd newntzigistem iare.
Beschreibung
Perg., 45,5 × 23 cm (Plica 4,5 cm)
1 Sig. pend Hermann II., Graf von Cilli (Siegel), dunkelgrünes Wachs, rund, 44 mm in Brauner Schale (62 mm); an 9 cm Pergamentstreifen
Archivvermerke
recto
KÄRNTEN̓S HIST. VEREIN (Stempel rechts oben)
Beginn des Inserts mit rotem Stift markiert
1572 (auf Plica mit Bleistift)
verso
Ein beurld von graffen Herman
vnd herzogen Wilhelm auf richter
vnd ambtleüt zu Landtscron vnd
Reifnicz betrefs ds sie des gotshauſs
leüt mit der behaltung ihrer hausnoturfft
auch heÿ vnbekhumert lassen.
im Jahr 1399 No 6 13. Xber (Aufkleber)
Lib: 2do No 492.
1503 + (Aufkleber)
1399, 13. dezember, Cilli
1398 feb. dez. 13 [ins. 1398 feb 5] A 517. C 2059.
492.
Überlieferung
Ausfertigung
Kärntner Landesarchiv, Allgemeine Urkundenreihe, A 517 ( AT-KLA 418-B-A 517 St)
Internet
Monasterium.net, Kärntner Landesarchiv, Allgemeine Urkundenreihe AT-KLA 418-B-A 517 St, <https://www.monasterium.net/mom/AT-KLA/AUR/AT-KLA_418-B-A_517_St/charter>
Nachweise
Regest
Domenig, Christian: "tuon kunt". Die Grafen von Cilli in ihren Urkunden (1341-1456) . Klagenfurt (Diss.) 2004, Nr. 133, S. 159.
Siehe auch
| Datum„Datum <span style="font-size:small;">(Date)</span>“ ist ein Datentyp für Datumswerte. Er wird Attributen mit Hilfe eines von Semantic MediaWiki bereitgestellten, softwareseitig fest definierten Attributs (Spezialattribut), zugeordnet. | Regest | |
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| U-1398-02-05-0002 | 5 Februar 1398 JL | Herzog Wilhelm von Österreich befiehlt Graf Hermann II. von Cilli, seinem Hauptmann in Krain, die Leute des Klosters Viktring zu schützen und Übergriffe seiner Burggrafen von Landskron und Reifnitz zu unterlassen. |