U-1451-04-11-0001

Aus Quellen Alpen-Adria

1451 April 11

Regest

Graf Friedrich II. von Cilli gewährt den Bürgern und der Stadt Cilli Privilegien.

Transkription

Wir Friderich von gottes gnaden graf zů Cillÿ, zů Orttenbůrg, vnd in dem Seger etc Ban in Windiſchen landen. Bekennen für ůnſs, all ůnſrer erben vͦnd nachkommen, vnd thůon kůndt offentlich mit dem brief allen denen die ihn ſehen oder hören leſsen, dz fůr ůns khomen seÿnd ůnser getrewn gemainiglich all ůnſer bůrger ůnſer stattCillÿ, vnd haben ůnſs diemütiglich angerůfft vnd gebetten, dz wir sÿe beÿ solchen gnaden vnd freÿheiten, damit andere stätt in Steÿr fürgeſehen vnd begnadt ſeÿn worden, gnädiglichen halten, ůnd sy aůch etlicher stůckh, die hernach aigentlich articlweis begriffen seÿnd, darinn sÿ ſich dan biſhero menikhlichen beſchioehrt haben gedüncht, begeben, vnd sÿ den nůn fürpaſſer gänzlichen freÿen, vnd gnädiglich fürgehen wolten, Alſo haben wir derſelben vnſern bůrgern zů Cillÿ fleiſſiges ůnd diemüthiges anrůffen vnd begehren angeſehen, vnd haben sÿ vnd all ihr nachkommen, die bůrger derſelben vnſerer statt, da důrch vnd aůch der wartten dz dieſelb ůnſer statt zů Cillÿ nůn in künfftigen zeiten, an volikh ůnd an gůett land aůch an gebaid deſto baſs aůfnemben mög gänzlichen befreÿet; Vnd freÿen sÿ auch wiſſentlich mit dem brief in ſolcher maſs, daſs sÿ aller gnaden, freÿheit vnd gerechtigkeit genieſſen vnd die aůch gebraůchen sollen ůnd mögen, alſsdan ander stätt in Steÿr, begnadet vnd gefreÿet seÿnd worden; Vnd wir sezen, ordnen vnd mainnen aůch daſs ihnen, noch allen ihren nachkommen, von ůnſs, ůnſern erben vnd nachkommen nůn hinführ, darinne kein newerůng, ingriff, irrůng vnd hindernůß nicht mehr beſchehen ſoll all arglist vnd gefärdt hindan geſezt. Wir haben ihnen auͦch einen buͦrgfridt zuͦ derſelben vnſerer statt gegeben, wiſſentlich in crafft des briefs, der ſich anhebt beÿ der bruͦggen, an der Laſsniz, hie diſshalben des thiergartten, von dan neben der auͦen, abwertſs uͦnz zuͦ dem forſt enthalben des heiligen geiſts, vnd von dan auͦſs uͦnz zuͦ dem düren püchl, da ihr galgen ſtehet vnd von dannen wider ab nach der Khoding, vnd über den pach Agleÿ uͦnz zuͦ dem stain, da der etlinger pimerkh iſt, vnd von demſelben stain, bis zuͦ dem creüz, alſs man gegen ober Cillÿ reith, vnd von dannen neben der Sään ab, uͦnz zuͦ dem hoff, der vormahlſs des Pruͦckhler geweſen iſt, vnd darnach herwider über die Sään uͦnz zuͦ dem juͦngkhpruͦn, uͦnd von dan über, duͦrch die weingärten, nach dem Leiſs abwerths, uͦnz zuͦ dem hoff genant Peberſniz, der vormahlen des Conrad Sarauͦer geweſen iſt, vnd alſo fürbaſer gerechens wider über die Sään, uͦnz zuͦ der obgenanten pruͦckhen, vnd in denselben zihlen vnd pimerckhn soll ein jeder stattrichter, den wir, uͦnſere erben, vnd nachkommen oder uͦnſer geschäfft sezen wirdet, all sachen zuͦrichten haben, darinne ihn von uͦnſs, uͦnſern landrichtern, oder anderen uͦnſeren anwalden khein irruͦng noch hindernuͦſs beschehenn soll. Item ſo haben wir ihnen auͦch die gnad gethan, dz sÿ uͦnſs noch uͦnſeren erben vnd nachkommen, von ihren weinschenkhen kein leütgeben gelt fürbaſer nit mehr geben, noch raichen, sondern sÿ des gänzlichen überhoben seÿn ſollen, alſo dz sÿ fürbaſer ihr wein ohn solch schäzuͦng des leüthgebengelts wohl ſchenkhen vnd vertreiben mögen; Sÿ sollen auͦch nuͦn hinführ alle robath, die sÿ uͦnſs biſher zuͦ thuen schuͦldig vnd pflichtig seÿnd gewesen, ganz überhoben ſeÿn. Wan wir sÿ der, daduͦrch vertragen haben, damit sÿ ihre häuſer deſto baſs zimmern, vnd bauͦen mögen, alſs sÿ uͦnſs das auͦch zuͦthuͦn gelobt vnd versprochen haben iedoch ſollen sÿ zuͦ der ringgmauͦer, die wir iez angehoben haben, mit der robath, die ihnen dan auͦſgeſezt iſt, gehorſamb ſeÿn, uͦnz alſs lang dz dieſelb ringgmauͦer ganz vollbracht wirdet, auͦch haben wir ihnen die gnad gethan, daſs wir fürbaſer khein hoffwein auͦf sÿ schaffen wollen, auͦſzuͦgeben, auͦſsgenomben, was ihr bergrecht iſt, dz mag uͦnſer geschäfft wohl auͦſ sÿ schlagen, darin sÿ sich nicht sezen ſondern daſselb bergrecht nemben nvd vertreiben sollen. Dan alſs ſich die obgenanten uͦnſer buͦrger erkhlagen, wie ein mirhert theill häuſer in der statt ſind, die gefreÿt meainen zuͦ ſeÿn, die mit ihnen kain mitleÿden haben wöllen, sezen vnd ordnen wir, welche die ſeÿnd, die ihre häuͦſer gefreÿt ſind, vnd die kheinen handl noch gewerb in denſelben ihren häuͦſern treiben, die sollen ſolicher uͦnſerer freÿheit, die sÿ von uͦns und uͦnſern vorfordern haben, genieſſen, welich aber ihr würth in ihren häuſern handl vnd gewerb treiben laſſen wolten, wenig oder viel, dieselben, die ſolchen handl vnd gewerb treiben, ſollen mit denselben uͦnſern buͦrgern in allen ſachen mitleÿden haben, alſs das billich vnd auͦch in anderen stätten, mit recht vnd gewohnheit herkommen iſt, ohngeuͦärde. Wir haben auͦch die benanten uͦnſere buͦrgern vnd ihren nachkommen uͦnſer hauͦſs, da uͦnſser zeüg leüt, am platz gelegen, das weÿland Hainrichs Erlauͦer geweſt iſt, zuͦ einem rathauͦſs geben vnd gelaſſen, alſs daſs sÿ das nuͦn hinführ bawͦen, vnd zuͦ ihrem rathauſs nüzen vnd brauͦchen ſollen vnd mögen ohn uͦnſer vnd aller uͦnſer erben vnd nachkommen irruͦng und hindernuͦſs uͦngeuͦärde, doch in ſolcher maſs, dz sÿ uͦnſ den gemach darin uͦnſer zeüg ligt, darzuͦo laſſten, vnd damit nichts zuͦschaffen haben, dan wir uͦnſs den vorbehalten haben, mit uͦrkuͦndt des briefs, verſigelt mit uͦnſerem anhangenden insigl, der geben ist nach Christi gebuͦrth vierzehenhuͦndert jahr, vnd darnach in dem ain vnd fuͦnfzigisten jahre, an dem sontag iudica in der faſten.


Beschreibung

Pap., Insert in Abschrift einer Urkunde Karls VI. gegeben in Wien, 1717 September 18.

Überlieferung

Abschriften

Zgodovinski arhiv Celje, Zbrika listin, L 28 (18. Jh.).

Steiermärkisches Landesarchiv, Cilli Herrschaft und Stadt, Sch 1 H2.

Steiermärkisches Landesarchiv, Allgemeine Urkundenreihe, 6288 (19. Jh.).

Nachweise

Faksimile

Žižek, Aleksander: Karel VI. potrdi celjske mestne svoboščine. 1717, september 18, Dunaj. Bd. 1. Celje 2004, Bl. 4r–7r.

Druck

Žižek, Aleksander: Karel VI. potrdi celjske mestne svoboščine. 1717, september 18, Dunaj. Bd. 2. Celje 2004, S. 5–11.

Auszug

Steirische Gerichtsbeschreibungen. Als Quellen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer (Quellen zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Steiermark 1). Hg. Mell, Anton; Pirchegger Hans. Graz 1914, S. 395f. Nr. 2 a). [1]

Regest

Weiss, Norbert: Das Städtewesen der ehemaligen Untersteiermark im Mittelalter. Vergleichende Analyse von Quellen zur Rechts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark 46). Graz 2002, CD-ROM S. 453f. [2]