U-1364-06-24-0001
1364 Juni 24
Regest
Die Grafen Ulrich I. und Hermann I. von Cilli bestätigen dem Spital vor Cilli seinen Besitz und statten es mit Rechten aus.
Transkription
WIR GRAF VLREICH Vnd Graf Hermann pruͤder von Cili vergehen mit diſem offen brief vnd tuͦn chunt allen den dyͤ in ſehent hoͤrent oder leſent fuͤr vns, fuͤr all vnser erben vnd nachchomen daz wiͤr daz spitall vor Cily gelegen, daz vnſers lieben herren vnd vatter, graf Fridreichs, vnd vnſerer lieben vrowen vnd muter, grefinn Dyͤmuten, ſeligen stift iſt vnd geſtift habent, vnd allez daz darczu gehoͤrt daz ſew darauf geben vnd gemacht habent ez ſein huͤben, aͤchker, hofſtet, weyngarten, gerten, wyſen, wyͤ ez genant iſt vnd dazuͦ ſwaz Weygand von Pleyburch, dar auf geben hat, oder noch gebent, oder ſchaffent wiͤrdet, als dyͤ brif wol ſagent, dyͤ er, demſelben spitall, dar vͤber geben hat, vnd noch geit, vnd mit namen darauf geſchriben, vnd genant iſt, daz allez wyͤ daz gehaizzen oder genant iſt, haben wiͤr, innerchlich durch got, vnd durch vnſrer egenanten vatter vnd muͤter sell, vnd aller vnſrer vordern sell haill willen, geureyt, vnd vreyen es auch mit diſen brief, alſo, daz daz egenant spitall, oder ſwer ez inne hat, haben ſol, auf allen ſeinen guͤttern, dyͤ vorbenant ſind all dyͤ vreyung vnd recht, dyͤ wiͤr, oder vnser edelleut haben, auf vnſern guͤttern, ze peſeczen, vnd ze entſeczen, ze ſtiften, vnd ze ze entſtiften, ze richten vnd ze pezzern, daz plut vnd all ander ſchulde, vnd vnczucht den allain waz dem tod anget oder trift nicht, vnd ſol vnser geſchefte, noch dhain vnser amptmann, mit dem vorgenanten spitall, noch mit ſeinen leuten, vnd guͤtern nichtcz ze ſchaffen haben, noch beſwerung nicht tuͤn, mit gerichte, noch mit dhain andern ſachen, sunder ſwer daz spitall inne hat, der ſchol von ſeinen leuten, vnd guͤttern, recht vordern, nemen vnd auch tuͤn, vnd waͤre, daz derſelb spitalermaiſter, daz recht oder dhain andere vorderung, dyͤ hincz im, oder hincz des spitals leuten, oder guͤttern, gienge, verziͤhen wolde, wem daz waͤr, derſelb wer der iſt, der ſchol dannoch darczuͤ nichtes tuͦn, vnd ſol vns daz anpringen vnd wiͤr ſuellen ez danne richten vnd pezzern vnd nyͤmand ander, wez auch derſelbe spitalermaiſter nicht volpringen moͤchte, oder nicht pillich tuͤn ſolde, vnd im ze ſwere waͤr, daz ſol er, an vns, an vnser erben, oder nachchomen, pringen, vnd ſullen wiͤr, darzuͤ tuͤn, nach vnſern trewen vnd gewizzen, daz muͤglich, vnd pilleich iſt, wand wiͤr daz egenant spitall, genomen haben, vnd nemen auch, mit diſem prief, mit alle dew, vnd darczuͤ gehoͤrt, wie daz genant oder gehaizzen iſt, leut vnd guͤt, in vnſern ſcherm vnd vride getrewlichen an allez geuerde. Wiͤr haben auch dem obgenanten Weyganden, von Pleyburch, daz vorgenant spitall, mit alle dew vnd darczuͤ gehoͤrt empholen, inne ze haben, vncz an ſeinn tod, vnd ſol er, damit varen vnd tuͤn nach ſeinen trewen, vnd gewizzen, vnd der kyrchen vnd den siechen, daz iͤr notdurft iſt, in der maynunge, als ez vnser vatter vnd muͤter saͤlig geſtift habend, vnd wennͤ des egenanten Weygandez nicht eniſt, ſo ſol aber mit dem egenanten spitall, noch mit alle dew vnd darczuͤ gehoͤret nyͤmand nichtes ze ſchaffen haben, vil noch wenich, als vorgeſchriben ſtet, den der oder dyͤ, den wir, vnser erben, oder nachchomen, ez ſunderlich enpfelhen, nach vnſern trewn, vnd gewizzen, als wiͤr, des got ze vorderiſt, vnd vnſers vatter vnd muͤter, vnd allen vnſern vordern selen, gepunden ſein, vnd derſelb, oder dyͤſelben ſchuͤllen ez, inne haben, mit allen wiͤrden, eren, vnd rechten, als vorbenant iſt, dem spitall, vnd den armen leuten, dye dar inne ſind, ze nucz, vnd zefrum. Auch ſuͤllen dyͤſelben, oder der ſelbe, dyͤ daz spitall inne habent, vnd ſeine guͤtter, alle jar jerichlich, dyͤ nuͤcze dauon, vns, vnſern erben, vnd nachchomen, verraiten, alſo daz wiͤr vnd ander, dye iͤr guͤt, darauf geben habent, oder noch gebent, wizzen, wye daz guͤt verczert vnd dem spitall angelegt wiͤrde, ze nucze, vnd ze frum, domit ez von iar ze iare gepezzert, vnd gefuerdert werde. Auch hat herr Hainreich zu den zeiten vnſer oͤbriſter schreiber, vnd pharrer dacz Cily, ſeinen willen, vnd gunſt fuͤr ſich, vnd fuͤr all ſein nachchomen, darczuͤ geben, daz dyͤ chapell, in dem vorgenanten spitall hindan von der pharrchichen, beſundert iſt mitſampt dem vreythofe dapey, darinne man piuilden mag, dye syechen, die in dem spytall ſterbent, oder wer beſunderlich, pyuild, dahin erwelt, vnd begert, dem pharrer vnd ſeiner pfarrkyrchen, iͤrr eren vnd nuͤczen, vnczogen, vnd iſt der pfarrchirchen widerlegt worden, darvmb, des in wol genuͤgt hat, vnd als dyͤ briͤf wol ſangent, dye er der egenanten chappellen, vnd dem spitall, darvͤber geben hat. Vnd daz, daz, alſo von vns, von allen vnſern erben, vnd nachchomen, ewichlich, ſtet vnd vnzebrochen beleibe, geben wiͤr, diſenn offen briefe, verſigelten, mit vnſerer paider obgenanten, graf Vlreichs, vnd graf Hermanns, anhangenden inſigeln, vnd mit vnſrer getrewen lieben des obgenanten herrn Heinreichs, vnſers oberſten schreiber, vnd des mals, pharrer ze Cili, herrn Ruͤdolfs von Chaczenstayn, herrn Merten von Reichenek, herrn Vlreichs von Turren, Rudolfs von Gabernik, ze den czeiten vnſers hofmaisters, Wuͤlfings des Rawmschuͤzzels, vnd Haydleins des Gresel insigelen, dye ſew, durch gezeugnuͤss willen, an diſen priͤfe, gehangen habent, der briͤf iſt geben, do man zalt, von Chriſtes gepuͤrde dreuzehen hundert jare, dar nach in dem vier, vnd sechzigisten jar an ſand Johanns tag ze sunnͤwenden.
Archivvermerke
Wie Graue Vlreich vnd Graue Herman von
Cili den Spital zu Cili gefreyrt haben
Cili
24tn Junij. 1364
Cilj
No 35. Ladl: 45.[1]
Beschreibung
6 Sig. pend.
1. Sig. pend. ab. (Graf Ulrich von Cilli)
2. Sig. pend. Hermann I. von Cilli, ungefärbtes Wachs, rund, 28 mm
3. Sig. pend. Heinrich, Pfarrer von Cilli, ungefärbtes Wachs, oval, 42 x 54 mm
4. Sig. pend. Rudolf II. von Katzenstein, ungefärbtes Wachs, rund, 32 mm, l. besch.
5. Sig. pend. Mert von Reichenegg, ungefärbtes Wachs, rund, 32 mm, l. besch.
6. Sig. pend. Ulrich von Turn zu Königsberg, ungefärbtes Wachs, rund, 24 mm, besch.
7. Sig. pend. Wulfing der Raumschüssel, ungefärbtes Wachs, rund, 30 mm, l. besch.
8. Sig. pend. ab. (Rudolf von Gabernik)
9. Sig. pend. ab. (Heidlein der Gresel)
Perg., 51 x 42 cm, Plica 8 cm, leicht fleckig.
Überlieferung
Ausfertigung
Arhiv Republike Slovenije, Zbirka listin, 1364 VI 24 (SI AS 1063/4211)
ehemalige Signaturen ARS: CE I 211; C/211, ZL 4211
vormals: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Allgemeine Urkundenreihe, 1364 VI 24 (bis 1983)
Nachweise
Drucke
Domenig, Christian: Die Urkunden der Grafen von Cilli (1341-1456). Bd. 1., Nr. (in Bearbeitung).
Regesten
Weiss, Norbert: Das Städtewesen der ehemaligen Untersteiermark im Mittelalter. Vergleichende Analyse von Quellen zur Rechts- Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark 46). Graz 2002, 1364 Juni 24, -. [C], [S. 210f]. [1]
Domenig, Christian: "tuon kunt". Die Grafen von Cilli in ihren Urkunden (1341-1456). Klagenfurt (Diss.) 2004, Nr. 1 S. 134. OBV