U-1338-09-17-0001

Aus Quellen Alpen-Adria

1338 September 17, Graz

Regest

Herzog Albrecht von Österreich bestätigt der Stadt Klagenfurt ihre Rechte.

Transkription

WIR Albrecht von gotes gnaden herczog ze Öster., ze Steyer vnd ze Cherndn, herr ze Chrayn auf der Marich vnd ze Portenaw graf ze Habspurch vnd ze Kyburch lantgraf in obern Elsezzen vnd graf ze Phirt. Tuͦn chunt offenlich an disem prief, allen den die nuͦ lebent vnd die hernach chimftig werden, daz fir vns chomen vnser getrewen lieben der richter, der rat vnd die purger von Chlagenfurt vnd paten vns vlizzihlich daz wir in iren recht die si von alter herpracht hieten von besundern gnaden bestëtten nu haben wir angesehen ir ernstlich pett vnd haben in dieselben iren recht bester vnd bestetten in ouch die mit disem prief in solicher weiz alz hernach geschriben stët. Dez ersten swaz in dem Statfrid aÿgens leit da sol man vor dem statrichter vmb taÿdingen vnd rechten vnd nindert ander sach. So süllen ouch die pürger den der edeln leüt diener gelten sullen ein recht slichen vmb ir gelt vor derselben dienner herren wer dann das vorgenante diener herr die pürger irs geltes nicht hiezze richten so mügent die pürger dieselben diener in der stat aufgehaben vncz si ires güttez von in gentzlich bechoment. Swaz ouch in den statfrid gewandelt wirt von auzzern leüten mit den pürgern denselben aüzzern man phendet der pürger wol auf recht swann er in die stat chümt vnd twinget in mit demselben phande fuͦr den statrichter. Swaz aber von den pürger mit einem auzzern man vor der stat gewandelt wirt, da sol man vor daz recht sůchen vor dez auzzern mannes herren vnd wird em pürger da daz recht verczogen so möcht der pürger denselben auzzern man swann er in die stat chöme mit seinem hand nötten, vnd twingen daz er im ein recht vmb sein güt tet vor dem statrichter also doch daz chain auzzer man fur den anderen icht gepherdet werde. Ist ouch daz yemand den andern anspricht vmb lehen, der sol die verantwurten von rdem herren da er si von ze lehen hat. Wolt ez aber der lehen herr vertziehen so muͦgen wir ez selben gerichten. Wir wellen ouch swër haüs vnd hof in dem statfrid hat, daz der mit den pürgern alle dienst stëwr vnd pezzling geben sol vnuerczigen der vreÿung, die di herren vnd ander edel leüt, von alter her pracht habent. Wer ouch den tötslag verschuldet wirt derselb begriffen der so mit vns dingen alz er gnad an vns vindet, chůmt er aber hin so sol er vns geben dreyzzig mark phennig, dem richter sechs mark phennig, dem zolner ain phunt phennig vnd hüt sich dann furbaz vor seinen veynden vnd daz er nicht werde beschrieren. Ouch wellen wir swer freuellich oder mit gewaffenter hant ainen läufet in sein haus, daz derselbt haym süech vnd hausprüch hab getan vnd veruelt vns ze püezze da von von demselben dreizzig mark vnd dem wirt in dez haüs ez geschiecht ouch dreizzig märk, fur sein lafter. Chümt aber yeman geslahen in aines purger haus vmb schuld oder vmb vnschulde, dem sol wedr der richter noch ander niemand nach volgen in daz haus der richter stille e vragen den wirt, ob er in welle stellen ze recht verpindet sich des der wirt, dez sol den richter genügen, tët aber dez der wïrt nicht, oder wer der wirt dhain nicht, so sol in der richter süechen beschaidenlich in dem haus. Chümt ouch ein aüzzerer man in die stat vnuersprochen vnd wil purchrecht darinne enphahn, dez sol man im stat tün, würd aber iemand nach im sprechend vnd daz in derselb mit recht behabt so sol er darnach in der stat rüebilich sitzen viërzehen täg vnd nach den vierczehen tagen, sol man in antwurten dem, der in mit recht behabt hat. Wir haben oüch, den vorgeschriben vnsern pürgern von Chlagenürt von besundern gnaden die gnad getan, daz man von einem choufmesse rechtes chornes nicht mër ze zolle geben sol, denn ainen phennig, von einem halben choufmezze, einen helbling, von einem choufmezze haben einen helbling. von einem rinde einen phenning, von einem pherde zwën phennig, von einem esel ainen phennig, von ainem speckswein einen phennig, von ainem vasel swein einen helbling, daz man hinder fünfczehen phennig choüffet, von ainem frisching ainen phennig. Swaz aber junges ist alz lember chitz wiltpret vische zames vnd vnczames von rüben vnd von chraüt, da git man nicht von. Swaz aber ein man grabez gewandez chouffet zů seinem leibe der tůt, nicht aber ener der da verchauffet der geit einen helbling, von zehen elen leinens tüches einen phennig, von fünfen einen helbling von hopfe, der zehen phennig wert ist einen helbling ist er aber sechster oder fünfer wert, da geit man nicht von. So sol man der leikeben püezze an legen, einen iklichen nach seinen stachen vber vÿerczig phennig nicht ze nemen. Man sol ouch den smiden einen ïglichem nach seinen statten anlegen, vber vier nvd zwainczig phennig nicht ze nemen. So sol man den pekchen, vnd den saltzern, einen iͤglichen nach seinen statten an legen, uber zwainczig phennig nicht ze nemen. So sol man von einem tag versitzen nicht mer nemen denn vïer phennig, vmb die ander chlag, vïer vmb vbelhandeln mit red zwëlf phennig, vmb sleg an phůtrunst sechczig phennig vnd stet daz an die richter gnad. Hat ouch ein aüzzer man icht ze sprechen hincz ainem pürger vmb wandling, die in dem půrchfrid beschehen ist der sol hinz im bewërn, mit ainem aüzzern vnd mit ainem innern, oder aber mit zwaÿn innern. Swaz ouch ein man, in dem statfrid jar vnd tag puchrechten hat, vnuersprochenlich, daz sol er fürbaz gerübt haben. vnd daz disev recht allev, alsz si von wort ze wort in disem prief geschriben sint, also stëtt, vnd vnczerbrochen beleiben, darüber so geben wïr, disen prief besigelten, mit vnserm insigel. Der geben ist ze Grëcz, do man czalt von Christes gepürd taüsent dreühundert jar darnach in dem acht vnd dreÿzigsten iar des phincztags nach dez heyligen chreüczes tag alz es erhaben wart.

Beschreibung

Ausf. Perg. 53 x 30 cm.

1 Sig. pend. ab.

Archiv

Ausfertigung

Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt, Stadt, Urkunden der Stadt Klagenfurt, B 2 St (AT KLA 97/B 2 St) [AT-KLA 999-B-2 St].

Abschriften

Kärntner Landesarchiv.

Nachweise

Drucke

Ankershofen, Gottlieb von: Stadtrechte von Klagenfurt und St. Veit in Kärnthen. Der österreichische Geschichtsforscher 1 (1838), S. 206–216, hier S. 209–211. Digitalisat

Wiessner, Hermann: Die Kärntner Geschichtsquellen 1335–1414 (Monumenta historica ducatus Carinthiae 10). Klagenfurt 1968, Nr. 91 S. 39-41. OBV

Regesten

Lichnowsky, Eduard Maria von: Geschichte des Hauses Habsburg. Dritter Theil: Von der Ermordung König Albrechts bis zum Tode Herzog Albrecht des Weisen. Wien 1838, Nr. 1172 S. CCCXXXIX. Digitalisat OBV

Internet

http://monasterium.net/mom/AT-KLA/KLA-097/AT-KLA_97-B-2_St/charter

Literatur

Zechner, Karlheinz: Die Rechte der Kärntner Städte im Mittelalter und ihr Zusammenhang mit den Stadtrechten außerhalb Kärntens. Würzburg 1938, S. 34f. [1]