Göth Regesten Steiermark 12
Göth, Georg: Urkunden-Regesten für die Geschichte von Steiermark vom Jahre 1252 bis zum Jahre 1580. In: Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark 5 (1854), S. 213–240, hier S. 217-219.
12. 1301. 20. Mai. Wien. (an dem heiligen Abent zu Pfingsten). Friedrich von Aufenstein der Aeltere, Friedrich sein Sohn und Conrad von Aufenstein, Bruder des erstern, „veriehen vndt geben auf, Williglich vnndt gerne, ainer ewigen vnwiderruefflichen gabe, die man nennet vnder den lebenden recht vnndt redlich“ dem Herzogen Rudolph dem dritten, Friedrich, Albrecht und Leopold und ihren Nachkommen zu Oesterreich, Steiermark und Kärnten, ihre Herrschaften, Vesten, Märkte, Dörfer, Gerichte, Leute und Güter „für frey ledig aygen, Alß vnsere Vorderen vnndt Wür die in aygenns gewehr herbracht, vnnd ruehlich besessen haben.“ Diese sind: die Burg und die Stadt Bleiburg mit Landgericht, Vogtei, Leuten, Gütern, Nutzungen und Rechten; die Veste Gutenstein (obere und untere Burg) sammt dem Markte, der Vogtei, Landgericht u. s. w.; der Markt in der Capelen mit Vogtei, Urbar, Zehent u. s. w.; die Veste Seburg mit 50 March Geld; die Gegend in der Miß, im Schwarzenbach und in dem Ahorn mit Landgericht, Vogtei, Zehenten und Gütern. „Were aber auch in den egenannten unsern Herrschafften vndt Vesten khein Zehent, Vogtey oder Landtgericht vnser Lechen von den egenannten vnserm Herrn dem Herzogen selber, die Haben Wür ihm auffgegeben vnnd geben sy auf Wissentlich mit diesem Brieff, Were aber derselbe Zehent, Vogtey oder Landtgericht icht lechen von Ainem Pfaffenfürsten, die Wür gebetten Haben, vnndt Bitten mit disen Brieff, daß Sy den egenannten vnnsern Herrn dem Herzogen gunnen derselben Lechen, Alß sy daß recht haben nach den Handtfesten, Frayhaiten vnndt rechten, die Sy haben von dem heilligen Römischen Reich, Wan auch dieselben vnsere Herren die Herzogen von Oesterreich sollich handtfesten vnndt Brieffe, frayhait vnndt recht haben, von dem egenannten Heilligen Römischen Reich, Maß Herrschaften vnndt Vesten, Leuth oder güetter die von dem Heilligen Reich oder von Pfaffenfürsten lechen seint, von Gab, khauffes, gescheztes oder von keiner anderen Zuefaillung vnnd sache Wegen an Sye komen, daß sy die allenthalben Woll aufnehmben, vnndt Sye von dem Reich, oder von sollichen Pfaffenfürsten von der sy riren, in Lechens Weiß Bekhennen, Haben vnndt besizen sollen. Darumb haben Wür eingeantworttet vnndt gegeben Wissentlich in dem nahmben, alß dauor dem obgenanten vnnsern Herrn den Herzogen von Oesterreich disse nachgeschriben Vesten, Markht und Dörffer, Leuth, gericht vnnd güetter, die vnsere Vordern und Wür von dem Ehrwürdigen Gottshauß vnndt den Patriarchen zu Agley“ nähmlich die Vesten zu Treffen, Puchenstein und Waldegg, den Thurm zu Windischgrätz, 200 Mark Geld zu Veldkirchen und in der „Gnessau“ nebst Vogtei, Zehent, Landgericht u. s. w.; ferner 32 March Geld bei Neidtenstein und Gurntz, als Lehen vom Bischofe zu Bamberg, welche Herzog Rudolph dem obgenannten Friedrich dem Aeltern, dem Jüngern und Conrad von Aufenstein verliehen hat. „Dieselben Herrschaften, Vesten, Burg, Stett, Markht, Dörffer, Vogtey, Landgericht, Zechent, Leuth, Guetter, gülten, inglicheß sonderlich vnndt sy algemainiglich, Maß vor an diessen Brieff begriffen ist, ohn alle geuerdte, Also daß Würd vnndt vnsere Erben dieselben Lechen von den egenannten vnsern genedigen Herren; vnndt von allen ihren nachkhommen vnndt Erben, Herzogen zu Oesterreich zu Steyer vndt zu kernten Inhaber, besizen vnndt niessen sollen, alß Landtes= vnndt Lechenßrecht ist, Vnndt sollen auch sye vnnß darbey schermen vnndt versprechen vor gewalt vnndt vor unrecht, Alß ander ihre Mann vnndt Diener, Auch sollen sy vnnß gunnen von sondern genadten auß denselben vnsern lechen zu Beraiten vnserer Töchter doch also, daß eß ihnen an der Manschafft vnndt an der Lechenschafft unschedlich sey, ohn alle geuerdte, vnndt sollen vnnß auch gunnen zu schaffen, vmb unser Sele, auf demselben Lechen Also daß Wür auf khein Veste, Burg noch Stett noch auf khein Vogtey oder Landtgericht nicht schaffen sollen. Aber auf vnser vrbar vnndt Hueben, mögen Wür woll schaffen, vnndt sollen vnnß die vorgenannt unsere gnedige Herren daran nicht ihren noch säumen in kheinen Weg, doch also daß Sye dieselben Güetter gelössen mögen, Wan sye Wollen von dem Gottßhauß vnndt Leuthen den Wür darauf icht schaffen, vnndt so viel Gelteß als Wür deme darauf geschaffet haben, ohn alleß geil.“ Bei dieser „Taiding“ waren persönlich zugegen und Zeugen: Peter, Bischof zu Chur; Johann, Bischof zu Gurk; Rudolph Otto von Liechtenstein; Ulrich von Stubenberg. T. I. 330.