U-1363-12-20-0001

Aus Quellen Alpen-Adria

1363 Dezember 20, Salzburg

Regest

Herzog Rudolf IV. von Österreich versetzt den Grafen Ulrich I. und Hermann I. von Cilli die Stadt Stein in Krain mit Gericht und Maut.

Transkription

WIR Růdolff der vierd von gotes gnaden, erczherczog ze Öſtereich, ze Steyr, vnd ze Kernden, herr ze Krain, auf der Marich, vnd ze Porttnaẅ graf ze Habſpurch ze Tyrol ze Phirt vnd ze Kyburg marichgraf ze Purgoẅ vnd lantgraf in Elſazz. Bechennen vnd tůn chvnt offenlich, mit diſem brief, für vns, vnſer brueder vnd erben, daz wïr den edeln, vnſern lieben getrewen, graf V̈lreichen, vnd graf Hermann von Cili, den gebruedern, gelten ſullen, vnd ſchuldig ſein, fvmf tauſent, güter, vnd gewegner guldeinn, der ſi vns, drew tausent vnd vier hvndert berait gelihen habent zü vnſern, vnd vnſrer lande nötdurfft, vnd sechczehen hvndert geuallent in vmb den dïnſt, den ſi vns nv, in diſem gegenwürtigen chrieg, gen Payrn, in das gepirg, getan habent, vnd haben wïr in, vmb daſſelb gelt alles, geſeczet, vnd ſeczen ouch wizzentlich mit diſem brief, vnſer stat Stain, in Chrain, das gericht, vnd die mautt daſelbes vnd alles das ſo darczů gehoͤret. Alſo, daz ſi, vnd ïr erben, die dafür innehaben, vnd niezzen ſullen, in phandes weis, an abſlag der nûcze, alz lang, vncz daz wïr, vnſer brueder, vnd erben ſi, der obgenanten, fvmf tauſent guldein gênczlich berichten, vnd geweren. Ouch ſullen ſi, oder wer die stat Stain, von ïren wegen innhat, vns, vnſern brüdern vnd erben, damit warten, vnd gehorſam ſein, vns vnd die vnſern darin, vnd darauz zelazzen vnd ouch darinn ze enthalten, wider aller mênichlich, nieman auzgenomen, als offt vns des, not geſchicht an geuêr, vnd an ïren merklichen ſchaden. Vnd wenn wïr ſi, mit ïrem gelt ermanen, ſo ſullen ſi vns, der loſung ſtat tůn, vnd des saczes abtretten vnuerczegenlich, an all widerrede. Si mûgen ouch vol den vorgenanten sacz, fürbazzer verſeczen, ainem der vnſern, vmb alz vil geltes, als ſi darauf habent, vnd als ez, da vor, benennt iſt. Darczü haben wïr in, von beſvndern gnaden verhaizzen, ob ſi den egen. sacz, yeman ſchüffen oder gêben, daz wïr, vnſer brüder, vnd erben, ſi daran, nicht ïrren, noch engen ſullen, in dhainen weg. Mit der beſchaidenhait, daz ez vns, vnſern brüdern vnd erben, an der loſvng vnd an andern gelubden, die da vor, geſchriben ſtent, chain ſchad ſey. Vnd des ze v̂rchvnd, geben wïr diſen brief beſigelt mit vnſerm grozzen, anhangenden inſigel. Der geben iſt ze Salczburch, an ſand Thomans abent, des heiligen zwelfbotten. Nach Kriſtes gepürd, dreuczehenhvndert iar, darnach, in dem dreẅ, vnd sechczigiſten iare, vnſers alters, in dem fvmf vnd zwainczigiſtem, vnd vnſers gewaltes in dem sechſten jare.

+ hoc eſt verum +

Archivvermerke

Stain

Ladl 5

Cilj vmb Stain

1363 20t Xber

Pfandtbr.

45

No. 50[1]

Beschreibung

Perg., 41 x 26 cm, Plica 5,5 cm., kassiert.

1 Sig. pend. ab.

Archive

Ausfertigung

Arhiv Republike Slovenije, Zbirka listin, 1363 XII 20 (SI AS 1063/4606)

ehemalige Signaturen: CE III 38; C/606

vormals: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Allgemeine Urkundenreihe, 1363 XII 20 (bis 1986)

Abschrift

Steiermärkisches Landesarchiv, Handschriftensammlung, Hs 1/12 (Hofschatzgewölbebücher), S. 78–80.

Nachweise

Druck

Domenig, Christian: Die Urkunden der Grafen von Cilli (1341-1456). Bd. 1., Nr. (in Bearbeitung).

Regesten

Göth, Georg: Urkunden-Regesten für die Geschichte von Steiermark vom Jahre 1252 bis zum Jahre 1580. In: Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark 6 (1855), S. 248–272, hier S. 250, Nr. 139.

Krones, Franz: Urkunden zur Geschichte des Landesfürstenthums, der Verwaltung und des Ständewesens der Steiermark von 1283 – 1411 in Regesten und Auszügen (Veröffentlichungen der Historischen Landeskommission für Steiermark 9). Graz 1899, S. 73/63, Nr. 245 ALO

Domenig, Christian: "tuon kunt". Die Grafen von Cilli in ihren Urkunden (1341-1456). Klagenfurt (Diss.) 2004, S. 142, Nr. 47. OBV