U-1427-04-27-0001

Aus Quellen Alpen-Adria
Version vom 5. Mai 2023, 15:36 Uhr von Christian Domenig (Diskussion | Beiträge)
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1427 April 27, Cilli

Regest

Graf Hermann II. von Cilli regelt das Erbrecht des Klerus der Grafschaft Ortenburg, wofür die Cillier einen ewigen Jahrtag in der Pfarrkirche Spittal erhalten.

Transkription

Wir Herman graf ze Cili und in dem Sëger etc. Ban in Windiſchen landen bekennen als mit gemayner ſamnung für uns komen ſein die erſamen unſer lieb getrewen all pharer cappleͣn und vicarj auſs allen vnſern herſchëfften in Kërnden der grafſchafft Ortenburg, vnd vns ainhelliklichen mit vleiſſiger diemutigkait angerufft und gebetten haben das wïr ſy durch irer vleiſſigen getrewen dinſt vnd gehorſam willen ſo ſy uns zeuodriſt gen dem almëchtigen got und auch in andern ſachen erczaigten gnediklichen begaben und ſy güttiklichen begnaden und fürſehen wolden. Alſo haben wir bedacht ſo gemayniklichen all phafhait und prieſterschafft von den heyligen vëtern und herrn den pëbſten, und chayſern kunigen und fürſten, nach der heyligen kriſtenhait ordnung vnd innhaldung der rechtpücher, irs leibs und guts gnad und freyung vor allem weͣltlichen gericht haben das aber vnderſtunden etleich unſer pfleger richter vnd ambtleut nicht wiſſen noch verſteen, vnd das alſo überfaren, und dunlchen recht daran haben getan, ſo ſy ſolh der phafhait hab vnd gut an irm abgen. angreiffen und nemen. Dawider wir allen obgenan. pfarrern und capplën vicarien vnd auch geſellen aller vnd yetweder herſchafft vnſrer grafſchaft Ortenburg in Keͣrnden in welhen vnſern gerichten, oder herſchefften, da ſy geſeſſen ſein solhe gnad vnd freyung getun vnd geben haben. Alſo datz ir yeder an ſeynem end ſein hab vnd gut geben vnd verſchaffen mag wem er wil vnd wohin in des verluſtet. Dakegen ſy ſich verpinden wolden für ſich vnd all ir nachkomen vns vnd vnſern vordern ain ewigen iarſtag zebegeen, vnd den almëchtigen got für all vnſer voruordern ſeel vnd auch für vns vnd vnſer nachkomen vleiſſiglich zebitten mit irer andacht ſo ſy dann am beſſten volbringen mügen. Alſo haben wïr angeſehen ir vleiſſige anruffung, vnd diemütigs gebett ſo ſy vns getan habent vnd auch das wïr gedacht vnd betracht haben, das ſy deſtegenaigter würden ir kirchen darumb zefürdern, vnd zepeſſern vnd nicht zeergeen, alfuerrn ſy das dann volbringen mügen vnd haben dadurch vnd sunderlich das wïr hoffen ain ewigen lon von dem almëchtigen got dauon zeemphahen, den egen. pharrern capplën vicaren vnd geſellen allen vnd ir yeglichen beſunder die gnad getan vnd tun auch wissentlich mit dem brief inſolher weise, das ain yeder der egen. priſter pfarrer capplën vicarj vnd geſell vnd all ir nachkömen all ſein varunde hab vnd gut, was er des über ſeins leibs notdurfft fürbring vnd erſpart geben vnd verschaffen mag, wem er wil, oder wohin in das verluſtet, als das vor geſchriben vnd gemeldet iſt dannoch alſo nach ains yeden gewiſſen wër aber das ir ain villeicht an geſchäffte abgieng vnd verſchied, ſo ſullen vnd mügen dan die nagſten tzwen pfarrer, ſolh ſein hab vnd gut, ſo er gelaſſen hat, tailen vnd geben, ainen tail der kirchen got zu lob vnd in den eren der lieben heyligen wiſſentlich anzelegen den andern tail ſeinen gelten vnd dienunden volkch, damit die auch auſgericht vnd beczallt werden den dritten tail ſeinen frëunden vnd den vierden tail armen leüten vnd inſolher weyſe, dieselben pharrer mit der hab ze orden vnd ze hanndlen ſtat vnd gewalt haben ſullen vnd mügen, als in dem brief geſchriben ſtet getreͣwlichen vnd an alles geuͣerde, an vnſer vnd aller vnſer erben vnd nachkömen vnd an aller der vnſern irrung vnd hindernüſſe. Vnd vmb ſolhe gnad vnd freyung ſo wir in getan haben habent ſy ſich auch mit verayntten willen gen vns vnd vnſern erben vnd nachkomen verpunden. Alſo das ſy vnd all ir nachkomen all jar jërlichen des nagſten mittichen nach dem suntag nach oſtern so man ſinget [[datatio:Quasimodogeniti|quaſimodogeniti] ir yetweder, mit ſein ſelbs perſon gen Spital zu einander, auf irſelbs tzerung vnd choſt kömen ſullen, vnd vns dan daſelbs, alſo miteinander in der pfarrkirchen, des abendse mit der vigili, vnd des morgens ir yeder mit ainer mess, vnd doch das darunder ain seel ambt, vnd ains von vnſern lieben frawen loblichen vnd wirdiglichen geſungen werden, erberlichen begeen vnd volbringen ſullen ewiglichen vnd an allen abgang, andechtiklichen vns vnd aller vnſer voruordern vnd nachkömen ſeeln zu hayl vnd zu troſt, gen dem almëchtigen got ſo ſy peſſt mügen, vnd ſy ſullen auch darczu schulmeiſter, meſner vnd andrer vmb ir mü genug tun vnd cherczen zu den meſſen vnd zu der par als gewöndlichen iſt ſelb haben vnd ordenlichen auſrichten vnd volbringen alles auf irſelbs choſt vnd darlegen damit das loblich volbracht wërde wër aber das ain namhafter heiliger tag auf den egen. mitich keme, das man dann den egen. jarſtag auf den nagſten tag darnach anuertziehen begee, damit der alſo volbracht vnd begangen werde wër aber ob das alſo vngeuerlich zeschulden këm das villeich, der pfarrer capplën oder vicarj ein welher prieſter das wër der von ehaffter not wegen darczu ſelb nicht kömen möcht ſo ſol derſelb das ain andern prieſter an ſeiner ſtat ſchikchen wër aber des nicht enet derſelb wër dan den andern prieſtern fumf pfunt wachs verfallen an alle gnad, die ſullen ſy dann von im nemen vnd ime ainer gewiſſen anlegen alſo damit das demſelben vnſerm jartag ze nucz köme vngeuerdlich, als ſy ſich des gen vns verpunden vnd verſchriben haben vnd dauon emphelhen wïr eẅ, allen vnſern haubtleuten phlegern burkgrauen landrichtern vnd marktrichtern ambtleuten mawttern vnd allen andern vnſern vndertanen in der egen. vnſer herſchafft Ortenburg geſeſſen gegenwurttigen vnd künftigen erſtlich vnd wellen das ir die egen. prieſter pfarrer capplen vicarj vnd geſellen, all vnd ir yeglichen beſunder vnd all ir nachkomen bey ſolher vnſern gnaden vnd freyungen veſtiklichen haldet vnd bleiben laſſet vnd ſy dawider in dhainerweyſs irret noch beſwëret, noch ſy ander yemanden beſwëren laſſet oder geſtattet noch eẅ ïrs guts äuch verſahet in dhainer weyſe vnd dar inne kein anders tüt. Wër aber der vnſern, darüber dhainen prieſter wider ſein freyung vnd ſicherhait vnd wider vnſer bestetigung, als hie oben geſchriben ſtet icht irrung vnd beſwërung tët loben wir vnſern erben vnd nachkomen in daruber zepeſſern an ſeinem leib vnd gut vnd maynen das vns der verfallen sey wie wir in darub peſſern wellen vnd ſullen als wir es gen in mit dem rechten erlangt hetten. Mit vrkundt des briefs verſiglt mit vnſerm anhangunden inſigel. Geben ze Cili an suntag nach Sand Jörgen tag nach Kriſti gepürde vierczehenhundert jar vnd darnach in dem sybenvndzwainczigiſten jare.

Archivvermerke

verso

Priuilegia sacerdeno ab Hermanno
comite Ortenburgen. praemitus data

Rxsta

B

in consisto 16 7ber. 661.

Beschreibung

Sig. pend. fehlt (1 Einschnitt)

Orig. Perg., 45 x 25 cm (Plica 3 cm), einige Flecken, in Plica halbkreisförmiger Einschnitt, fehlender Teil angenäht

Überlieferung

Ausfertigung

Archiv der Diözese Gurk, Urkunden 2004

Nachweise

Druck

Christian Domenig, Die Urkunden der Grafen von Cilli (1341-1456). Bd. 2., Nr. (in Bearbeitung).

Regest

Domenig, Christian: "tuon kunt". Die Grafen von Cilli in ihren Urkunden (1341-1456). Diss. Klagenfurt 2004, Nr. 207, S. 171. OBV

Literatur

Domenig, Christian: "tuon kunt". Die Grafen von Cilli in ihren Urkunden (1341-1456). Diss. Klagenfurt 2004, S. 126. OBV

Siehe auch

 Datum„Datum <span style="font-size:small;">(Date)</span>“ ist ein Datentyp für Datumswerte. Er wird Attributen mit Hilfe eines von Semantic MediaWiki bereitgestellten, softwareseitig fest definierten Attributs (Spezialattribut), zugeordnet.Regest
U-1426-04-21-000121 April 1426 JLDie Pfarrer und Kapläne der Grafschaft Ortenburg versprechen Graf Hermann II. von Cilli für die Regelung ihres Erbrechts einen ewigen Jahrtag für die Cillier in der Pfarrkirche Spittal zu halten.