Chmel Materialien 1/2 48
Aus Quellen Alpen-Adria
Materialien zur österreichischen Geschichte. Aus Archiven und Bibliotheken. Gesammelt und herausgegeben von Joseph Chmel. Erster Band. Zweites Heft. Wien 1837, S. 65f Nr. XLVIII.
XLVIII.
20. August 1441.
Material II. Regg. Nr. 331.
Material II. Regg. Nr. 331.
Schreiben des Grafen Friedrich von Cilly an die königl. Räthe.
Dem Erwirdign vnserm lieben frewnde Hern Chunradtn Czeydlerer Brobsten bei sand Stefan ze Wienn Chanczler etc und dem Edlen vnd auch vnserm besunder liebn Chunradtn von Kreyg,
Hofmaister etc. vnd Walthernn Czebinger.
Erwirdiger lieber frewnde, vnd Edler vnd Sunderlieb. Es sind vnser Rett die wir am nachstn zu vnsers Herrn des Römischen kunigs gnadn, haben geschikt, widerumb zu vns an den nachstvergangn Mantag komen, vnd haben vns kundleich zu erkennen geben, solh tayding vnd berednuss, die sy mitt ew vnder andern sachn, von verstrekchn, vnd verlenn gn wegen eines frids zwischn vnsers herrn des kunigs gnadn ains, vnd vnser des andern tails getan, vnd das In ettwe an vns verschoben, vnd sich auch, ew daruber ein anttwurtt von vns ze schikchen veruangen haben, vnd wiewol das ist, das wir doch, vnsers yeczgenanten herrn, des kunigs gnad, huld vnd gancz aynung, lieber hettn, dann das wir mitt solhn friden, vnd aufschieben umbgeen sullen, nach dem Als wir vns doch allezeitt vor als Ir woll wisset zu recht vnd billichn sachn haben erbottn, Noch dann So tuen wir ew zu wissen, das wir mitt demselbn vnserm gnedign herrn dem Kwnig gern ein frid, auf sannd Jòrgn tag schiristkunftign aufnemen vnd halden wellen, In mazz alsdann der frid vormaln ist ist beslossen gewesen, hindann gesaczt des Lamberger Stayner vnd des Awer gült vnd gutt, die maynen wir Inn hinfür nicht ze widertuen, wann was dieselbn Lamberger Stayner vnd Awer vormaln in den frid vnd tayding, am nachstn zu Haymburg beschehn sind Ingeczogn, das ist wider vnsern willen beschehn, vnd das auch vnser frawen der kunigin, auch vnsem herrn Herczog Albrechtn, die die benanten Lamberger, Stainer vnd Awer, die zeitt in die tayding gezogn vnd sich des an vnser Statt haben angenomen, nicht habn brechn noch widersprechn wellen, vnd hoffn was wir mitt denselbn Lamberger, Stayner vnd Awer, vnd Irm gutt, habn gehandlt, das wir das mitt Inn vmb Ir verschuldt sachn, als mit vnsern lehenslewttn, rechtlich vnd woll habn mugen getuen, auf das wir ew aber bittn, Ir wellet noch vnsers hern des kunigs gnad von vnsern wegn anrufen vnd bittn, das vns sein gnad bei vnsern eern rechtn, vnd wirden, damitt wir von dem heylign reich begnadt sein, geruch gnedikleich zu haldn, vnd zu beleiben lassen, als er vns des als ein Merer des heylign Reychs ze tun schuldig vnd phlichtig ist, das welln wir vmb sein kuniglich gnad willickleich verdienn, Ewer verschribnew Anttwurt ob vnsers hern des kunigs gnad den frid, als obn geschiben stétt, vnd berürtt ist, verlengn well oder nicht, wellet vns bej dem gegnburtign vnserm bottn zuschikchn, damitt wir vns darnach wissen ze richtn, vnd das mitt fridbriefen, als vor herkomen ist, versorgen lassen.
Gebn ze Altenburg am Suntagn vor Bartholomej Anno domini etc. xlj.